Safari 2011 - Auf Jungfernfahrt im Roten Meer

DSC08942Unlängst begab sich wieder einmal eine Gruppe des Vereins auf eine Tauchsafari am Roten Meer. Start dieser Tour war in Safaga. Daher bot es sich natürlich an, Tauchplätze wie Seven Pillars und das Panorama Reef zum Eintauchen zu nutzen.

Mit der Marselia Star, einem 38 Meter langen luxuriösem 5 Sterne – Schiff, ging es auch gleich nach der Ankunft los. Erstes Ziel : Die  “Brothers“. Das Schiff war auf seiner ersten Reise. Alles neu und teilweise noch verpackt. Und da die Marselia Star für 26 Taucher ausgelegt war, gab es genügend Platz für die 14 – köpfige Gruppe.

 

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Mit einer Besatzung von 10 Mann und einem Tauchguide waren alle Taucher rund um die Uhr versorgt.

Die Brothers – die Brüder, aufgrund der exponierten Lage dieser 2 Inseln gehören diese Tauchplätze wohl zu den besten und schwierigsten des Roten Meeres. Der große Bruder, an seinem Leuchtturm von 1883 leicht zu erkennen, war der erste Ankerplatz bei der Ankunft in der Nacht.

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Starker Seegang, Strömung und steil abfallende Riffe war die Anforderung an die Taucher. Und dass dort sehr oft starke Strömung herrscht, erlebte die Gruppe gleich beim ersten Tauchgang. Die senkrechten Wände des “Big Brother“ zogen an der Gruppe im Sog der Strömung nur so vorbei.

An der Nordwestspitze liegt das prachtvoll mit Weichkorallen bewachsene Wrack der Numidia. Das englische Handelsschiff sank 1901. Die Aida, ein ehemalige Truppentransporter sank, während eines Sturms im Jahre 1957 und ist in zwei Teile gebrochen. Der größte Teil des Schiffes liegt auf 30 bis 60 Meter und ist teilweise sehr gut erhalten, aber nur spärlich mit Weichkorallen bewachsen. Hier gab es dann auch die ersten Haisichtungen.

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Am 800 Meter entfernten Little Brother war die Strömung nur noch ein Bruchteil seines großen Bruders.
So konnte der üppige Bewuchs an Weichkorallen, die großen Gorgonienfelder und die riesigen Fischschwärme in aller Ruhe begutachtet werden. Leider blieb es hier ohne eine Haibegegnung.

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Nach einer Nachtfahrt legte das Schiff am 180 Kilometer entfernten Daedalus Riff, auch unter Abu Kizan bekannt, an. Auch hier waren wieder Steilwände, die sich aus 500 Meter Tiefe empor strecken, zu betauchen. Und endlich waren auch wieder Haie anzutreffen – ein Fuchshai und ein Longimanus, ein Weißspitzen-Hochseehai, waren die Ausbeute. Aber auch Barakudas, Napoleon und Thunfische waren anzutreffen.

Eine weitere Station der Safari war das legendäre Elphinstone, das wohl am berüchtigtste Riff im Roten Meer. Durch die meist sehr starke Strömung ist es schon öfters vorgekommen, dass Taucher abgetrieben und erst Stunden oder Tage später wieder aufgefunden wurden.

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Das Riff lockt aber auch durch seinen guten Bewuchs der Rifflanken. Tief unten ist das Südplateau in West – Ost Richtung durchbrochen. Der ca 8 Meter hohe Durchbruch wird oft als „The Arch“ oder Torbogen bezeichnet, welcher von ein paar Tauchern aus der Gruppe durchtaucht wurde. Weiter ging die Reise Richtung Festland Nähe Marsa Alam, wo dann auch Nachttauchgänge gemacht wurden. Diese waren an den vorhergehenden Plätzen nämlich verboten.

Nächster Halt war bei Abu Kafan, einem Riff, das Elphinstone in nichts nachsteht. Es ist von anderen Schiffen auch nicht so sehr frequentiert. Der Kultfisch des Roten Meeres, der allseits beliebte kleinkarierte Langnasenbüschelbarsch, ist hier beheimatet.

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Als Abschluss der Route wurde noch das 1991 gesunkene Fährschiff Salem Express betaucht. Das 110 Meter lange Wrack liegt in 30 m Tiefe auf der Steuerbordseite auf hellem Sandgrund. Von der Wasseroberfläche aus wirkt das Schiff mit seinen enormen Ausmaßen wie ein schlafender Riese. Um das Wrack herum sind Besitztümer der Passagiere verstreut - unter anderem Kinderwagen, aufgebrochene Koffer mit Kleidern, Fernseh- und Videogeräte und vieles andere. Da nicht alle Leichen aus dem Schiffsinneren geborgen werden konnten (die Salem wurde offiziell zum Grab erklärt), ist es verboten hineinzutauchen. Der Tauchgang an der "Salem Express" war ein recht bedrückendes Erlebnis, das der Gruppe die Frage nach den Grenzen des Tauchtourismus stellen ließ.

So war dann auch eine Woche Safari zu Ende. Jeden Tag bis zu 4 Tauchgänge zehrten an so manch einem seiner Kräfte.

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Doch durch eine gute und reichliche Ernährung durch die Bordscrew waren auch solche Strapazen zu überwinden.Nach einer Nacht im Sporthafen von Hurghada ging es von dort auch wieder zurück nach Deutschland.