Druckkammerfahrt 2018

Am ersten Märzwochenende machten sich einige Mitglieder des Aquarius Rosenstein e. V. auf den Weg nach Ludwigsburg- denn dort befindet sich im örtlichen Klinikum das Druckkammerzentrum. Das DCS 1 wurde 1995 in Stuttgart eröffnet und befindet sich seit 2014 im Klinikum Ludwigsburg.

 

Für die Taucher war es sehr interessant zu sehen, was passieren würde, falls man einen Dekompressionsunfall erleiden würde. Die Patienten werden dort mithilfe der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt. Mittlerweile wird die Druckkammer jedoch kaum noch für Tauchunfälle verwendet – im letzten Jahr waren es - um genau zu sein- nur drei Taucher, die dort behandelt wurden. Trotzdem ist die Kammer fast jeden Tag in Betrieb, um unter anderem Patienten mit schlecht heilenden Wunden zu helfen- beispielsweise bei einem Diabetikerfuß. Auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen wirkt sich eine Druckkammerbehandlung positiv auf die Heilung aus.
Die Kammer selbst erinnert an einen U-Boot-Körper. Die längliche Kammer hat an beiden Enden jeweils einen Ausgang und wird mithilfe von Kameras und einer Sprechanlage überwacht. In der Kammer befinden sich etwa zehn Sitzplätze als auch eine Behandlungsliege für sedierte Patienten. Bei einer Behandlung in der Kammer wird der Druck erhöht. Über ein Beatmungsgerät wird dem Patienten dann reiner Sauerstoff zugeführt. So werden die biologischen Prozesse wieder in Gang gesetzt, die Neubildung von kleinen Blutgefäßen, Zellen sowie Bindegewebe wird angeregt und die körpereigene Abwehr aktiviert.
Das Highlight der Besichtigung war jedoch der simulierte Tauchgang in der Kammer. Leider konnten einige Taucher krankheitsbedingt nicht daran teilnehmen. Durch Fenster an der Kammer konnten sie jedoch die Auswirkung eines Tauchgangs mit einem Umgebungsdruck von fünf Bar, also in 50m Tiefe beobachten. Acht Taucher befanden sich in der Kammer, vier beobachteten und ein Mitarbeiter des Klinikums steuerte den Tauchgang. Als die Druckverhältnisse in der Kammer verändert wurden, stieg auch die Temperatur auf bis zu 27 Grad an. Ab einer gewissen „Tiefe“ veränderte sich die Stimmlage, als ob Helium eingeatmet wurde. Die Reaktionen wurden langsamer und die Stimmung immer lustiger. Beim Umgebungsdruck von 5 Bar wurden Luftballons aufgeblasen. Nach knapp fünf Minuten verringerte sich der Umgebungsdruck nach und nach und das Volumen der Luftballons stieg immer weiter an, bis diese nach und nach platzen. Nach rund 65 Minuten war die Fahrt schon wieder vorbei und einige Taucher konnten ihren ersten 50m Tauchgang ins Logbuch eintragen. Der Verein ließ den spannenden Nachmittag gemütlich ausklingen.
Und der nächste Termin lässt nicht lange auf sich warten: Am 23.03. findet die Jahreshauptversammlung statt, bevor Anfang Mai die Tauchsaison mit dem alljährlichen Antauchen gestartet wird.